Hoshino Experimental Sencha Koshun

Hoshino Experimental Koshun Sencha

Bezugsquelle/Preis: Unearthed Gallery, 12 EUR/50g

Teesorte: Sencha

Kultivar(e): Koshun

Erntezeit: Mai 2025

Herkunft/Teegarten: Hoshino, Yame, Präfektur Fukuoka, Japan

Dämpfung: unbekannt

Zubereitung: ca. 3,5 g in glasierter Shiboridashi (110 ml), Brita-gefiltertes Leitungswasser

90 s./60°C, 30 s./60°C, 75 s./70°C

Verkostungsnotizen:

Im Kaltduft aromatisch-süß mit Honig, Schokolade und Kirschen. Angewärmt in der Shiboridashi verströmen die noch trockenen Blätter dunklere, nussigere Aromen auf der einen Seite, aber andererseits auch ein hellere Fruchtsüße nach.

Bei niedriger Aufgusstemperatur von ca. 60°C, die eine längere Ziehzeit erlaubt, ist der erste Eindruck von schokoladigen Noten sowie buttrigem umami geprägt. Würzige Gemüsenoten von gebackener Süßkartoffel ergänzen das cremige Mundgefühl, welches mit einer feinen Grasigkeit und warmem Holz in einem Hauch Adstringenz im Nachhall verklingt. Blumige Noten mit feiner Malznote lassen den geringen Oxidationsgrad erkennen.

Diese Charakteristik von grünen Oolongs ist dann im zweiten Aufguss deutlich stärker bemerkbar. Hinzu kommen milde, säuerliche Fruchtnoten von unreifer Birne. Im weichen Nachgeschmack entsteht der Eindruck von Bananenpüree. Vegetale Noten von Gemüse, gebratenen Pilzen und sanfter Bitterkeit von Blattsalat und Holz sind noch lange präsent.

Im letzten Aufguss steht weiter Würzigkeit mit Spargel und grüner Paprika im Vordergrund. Die süße Holzigkeit der Oxidation tritt ebenfalls wieder deutlich hervor. Der Nachhall ist kürzer und deutlich trockener.

Mit 70°C und 80 s. Ziehzeit zeigt sich Fruchtkompott als allererster Eindruck, welcher sich dann wandelt und fülligeres, Panna Cotta artiges Mundgefühl mit Kakao, Vanille und Aprikose im Nachgeschmack. Der Tee ist markanter als mit 60°C, es schwingt gleichzeitig die blumige Würze der Oxidation mit, was auch hierbei ein stimmiges Bild erzeugt. Frischer Blattsalat und waldige Noten verbleiben noch lange auf der Zunge.

Würzige und suppige Pflanzlichkeit im zweiten (15 Sek.) und dritten Aufguss (60 Sek.) stetig zunehmend, schließlich mit holziger Adstrigenz.

Der Tee verträgt auch hohe Temperaturen ohne bitter zu werden, sofern man die Ziehzeiten entsprechend anpasst (z.B. 80°C mit max. 45 Sek./5 Sek./45 Sek.), aber feine Fruchtaromen kommen dabei nicht mehr hervor. Der Tee ist kräftig und voller Gemüsearomen von Spargel bis Pilzen.

Auch annähernd westlich lässt sich der Tee gut zubereiten: 2,5g auf 250 ml sowie 90 Sekunden Ziehzeit nach dem Übergießen mit siedendem Wasser ergeben ein weiteres Geschmacksbild: die Oxidationsnoten treten verstärkt hervor und ein milder süßer blumiger, sanft malziger Aufguss mit zart-holziger Würze erinnert an sanfte Darjeeling-Tees. Ein milde Adstrigenz rundet den vollen Körper, der noch ein sanfte Fruchtsäure nach unreifer Birne in sich trägt, ab. Zitronige Noten leiten einen langen Nachgeschmack ein. Ein weiterer Aufguss verträgt gut und gerne 3 min und ist dann fruchtig-süß mit cremiger Blumigkeit zum Abschluss.

Anmerkungen: Der Tee ist leicht oxidiert und grenzt damit an einen Oolong.

Bewertung: 4 Sterne

Hoshino Experimental Koshun Sencha
Hoshino Experimental Koshun Sencha