Bezugsquelle/Preis: Yoshida Chaen, 17-18 EUR/20g
Teesorte: Schwarztee (Koucha)
Kultivar(e): Izumi
Erntezeit: Mai 2025, first flush, 24 Tage Unterschied zw. der Ernte von No. 1 und No. 3
Herkunft/Teegarten: Fam. Yoshida, Koga, Präfektur Ibaraki, Japan
Dämpfung: –
Zubereitung: ca. 2 g in Kobiwako Kännchen (100 ml), Brita-gefiltertes Leitungswasser
120 s./95°C, 90 s./95°C, 180 s./95°C
oder auch Grandpa-Stil aus dem Kännchen: halb ausgießen und wieder mit heißem Wasser auffüllen
Verkostungsnotizen:
Diese zwei Tees wurden mit 24 Tagen Abstand voneinander geerntet, und es wird spannend zu sehen sein, was dies mit dem Tee gemacht hat. Es gibt noch eine Ernte dazwischen, den 1st Flush No. 2 Silver Moon, der 12 Tage nach No. 1 geerntet wird und aromatisch irgendwo dazwischen liegen würde.
1st / No. 1 Premium:
Würzig-frischer Kaltduft mit Kräutern (getrocknete Minze, Thymian), der sich bei den angewärmten Blättern hin zu aromatischem Zitronengras, Honig, Vanille, etwas Fruchtigkeit mit Orange wandelt.
Der Premium besticht durch eine sehr intensive Zitronengrasnote. Er ist frisch im Geschmack, mild und süßlich, erinnert gar an helle Gummibärchen, und hat einen interessanten und langen Nachgeschmack mit umami/Bouillon. Im zweiten Aufguss sind die Aromen intensiviert und es tauchen vermehrt Orangen- und Blumennoten auf. Der Eindruck von weissem Mousse oder Buttercreme bietet im dritten Aufguss nochmal eine neue Komponente und vervollständigt das Aromenbild mitsamt dem mittelkräftigen Körper.
1st / No. 3 Flower Moon
Während im kalten Duft noch nicht so viel Unterschiede wahrnehmbar sind, ändert sich das bei den angewärmten Blättern deutlich. Kalt hat der Flower Moon eher nur mehr Holz- und Rindenaroma, die warmen Blätter sind aber deutlich blumiger und in der Süße dunkler mit Karamell und Mandeln.
Im Geschmack zeigt er sich erdig mit süßen Honig- und Blumennoten und einem Hauch Zitronenschale (ein Bruchteil des Aromas des Premium). Geröstete Nussigkeit und Gebäcknoten zeichnen ein körperreiches Bild. Frisch-kühlend im Nachgeschmack, verspürt man auch hier ein fein aromatisches umami, bei abkühlener Tasse wird der Tee zunehmend cremiger.
Zusammenfassend ist der Premium der filigranere, aromatisch spritzigere Tee und der Flower Moon dagegen gesetzter, sowohl in Aromatik (blumig, würziger) als auch Mundgefühl. Beide Tees benötigen wie auch beim Silver Moon seinerzeit festgestellt die „Mühe“ des Gongfu-Cha mit mehreren Aufgüssen nicht zwingend. Beim Premium vielleicht noch eher, aber das Aromensprektrum kann man auch mit der simpleren Grandpa-Methode erfahren.
Anmerkungen: –
Bewertung: 4 Sterne









