Bezugsquelle/Preis: Teehandel Kolodziej, 12 EUR/30g
Teesorte: Sencha (Bio), handgepflückt (tezumi)
Kultivar(e): Harumidori
Erntezeit: Frühling
Herkunft/Teegarten: Fam. Hirayanagi, Präfektur Shizuoka, Japan
Dämpfung: Asamushi
Zubereitung: ca. 4 g in glasierter Shiboridashi (110 ml), Brita-gefiltertes Leitungswasser
100 s./60°C, 75 s./65°C
Verkostungsnotizen:
Die langen, glänzenden Nadeln verströmen einen milden, aromatischen Duft nach getrockneten Kräuter mit Lavendel und fruchtige Noten von Maracuja und Orangenschale. Eine leichte Marzipannote ist weit im Hintergrund wahrnehmbar.
Angewärmt zeigen sich Erdnüsse und umami-reiche Pilze mit leichter Fruchtigkeit.
Die sorgsame Verarbeitung zeigt sich auch im Geschmack: der Tee ist extrem mild und weich und klar in Geschmack (und Tasse). Getragen wird der Geschmack von Süße mit Kräutern und Spinat- sowie Blattsalatnoten, welche in einem fruchtigen Nachgeschmack von Guaven und Saftorangen münden. Ein wahrnehmbares, aber keinensfalls deutlich in Erscheinung tretendes, gemüsiges, pilziges umami wird durch sanfte Mineralität und nur ganz leichte Adstrigenz ergänzt.
Erst im zweiten Aufguss zeigt sich eine leichte Bitterkeit und mehr Grasigkeit, aber auch hier verbleibt maßgeblich der Eindruck von Balance und Eleganz ohne raue Töne.
Mehr Pepp gibt es bei der Zubereitung mit 70°C, wo der Tee dann kräftiger, jedoch mit einer Tendenz zur mehr Herbe auftritt.
Nach diesen beiden Aufgüssen geben die Teeblätter nur noch den üblichen „ausgekochten“ vegetabilen-süßlich-grasigen Geschmack ab, d.h. die volle Konzentration gilt den ersten beiden Aufüssen und da darf die Ziehzeit dann auch länger als für Sencha üblich gewählt werden (bei nicht zu hoher Temperatur), um hier die gesamte elegante Aromatik auszuspielen.
Anmerkungen: –
Bewertung: 5 Sterne




