Bezugsquelle/Preis: Marimo (Importeur), 17 EUR/50g
Teesorte: Oolong, Tamaryokucha, Ichoucha (Bio) – gewelkter, nicht gerollter Tee, daher zu allen drei Teekategorien zugehörig, aber nicht eindeutig spezifizierbar
Kultivar(e): unbekannt
Erntezeit: Frühling
Herkunft/Teegarten: Fam. Iwata, Präfektur Nara, Japan
Dämpfung: chumushi
Zubereitung: ca. 3 g in glasierter Shiboridashi (110 ml), Brita-gefiltertes Leitungswasser
90 s./80°C, 30 s./80°C, 90 s./80°C
Verkostungsnotizen:
Im Kaltduft viel grasig-heuige Wiese, mit Blumen und auch würzigen Kräutern und mit Paprika-Noten.
Angewärmt deutlich blumig, mit süß-würzigen Mandeln und Kakao sowie Zitrus (Orange).
Beim Aufgießen sorgen mehr als 80°C für herbe und strenge Aromen, zu kühle Temperaturen (z.B. schon 70°C) sind eher zu seicht. Mit der Dosierung von 3g/~100 ml ist eine gute Mischung aus genug „Punch“ und gerade nicht zu starkem Tee möglich.
Der erste Aufguss zeigt holzig-blumige Noten, zarte zitrische Fruchtnoten mit feiner Süße, umami mit Aromen von gebratenen Pilzen sowie gedämpftes Kohlgemüse.
Im Nachgeschmack offenbart sich würzig-adstrigentes Zitronengras, dazu viel blumiges Aroma sowie aromatisches Blattgemüse. Zusammenfassend würde ich den Tee als „flüssigen Blattsalat mit buttrigem Charakter“ umschreiben.
Der zweite Aufguss ist intensiv, aber insgesamt ausgewogen. Zarte Nuss- und Kakaonoten mit sanfter Herbe ergänzen die Komposition, die auch im dritten Aufguss und in einem ganz langen vierten und letzten Aufguss anhält.
Als Kreation, die verschiedene Verarbeitungsprozesse vereint, ist der Tee eine spannende Erfahrung. Insgesamt fehlt es mir an einer herausragenden Richtung, die den Tee in dieser Disziplin dann glänzen lässt.
Anmerkungen: Das Blattgut welkt nach der Ernte für 12-20 Stunden.
Bewertung: 2 Sterne




