Bezugsquelle/Preis: Unearthed Gallery, jew. 19 EUR/50g
Teesorte: Wakocha
Kultivar(e): Izumi / Minamisayaka
Erntezeit: 05/2025
Herkunft/Teegarten: Takuya Yokoyama, Issin-En, Präfektur Miyazaki, Japan
Dämpfung: unbekannt
Zubereitung: ca. 3 g in glasierter Shiboridashi (110 ml), Brita-gefiltertes Leitungswasser
Izumi: 60 s./90°C, 60 s./90°C, 120 s./90°C, 5 min/90°C
Minamisayaka: 45 s./98°C, 60 s./98°C, 120 s./98°C, 5 min/98°C
oder westliche Zubereitungsmethode: 1,7 g für 100 ml und 4 min sowie 7 min Ziehzeit mit siedendem Wasser
Verkostungsnotizen:
Während der Izumi würzige und waldige Noten mit Baumrinde sowie Gebäcknoten, Zimt und Fruchtnoten mit getrockneter Banane, Kakao und Mais verströmt, ist der Minamisayaka deutlich von Blumen und Wiesen- bzw. Heuaroma geprägt, mit aromatischer Süße nach Honig.
Angewärmt zeigt der Izumi mehr Blumigkeit, ist aber deutlich brotiger mit süß-malzigem Pumpernickel und leichten Zitrus und Steinobstnoten (Aprikose).
Der Minamisayaka dagegen ist milder, aber mit Noten von Hefegebäck, säuerlichen Fruchtkompottnoten und sahnigem Dulce de Leche nicht minder attraktiv.
Die Zubereitungsarten (gongfu oder westlich) erzeugen jeweils ähnliche Aromenspektren bei den Tees, aber bei gongfu mit deutlich mehr Intensität.
Beim Izumi ist der westliche Aufguss süßer und gefälliger, bei gongfu erscheint der Tee würziger, erdiger und damit tendenziell wie ein Assam Schwarztee. In jedem Fall ist bei gongfu eine reduzierte Temperatur von 90°C empfehlenswert, mit der zu dominante, herbe Töne ein Stück weit unterbunden werden können. So kommen die feineren, süßeren Malztöne und Fruchtnoten besser zum Vorschein.
Bei gongfu hat der erste Aufguss des Izumi würzige Oxidationsnoten mit erdigen, dunklen, herben Tönen. Malz, dunkles Brot, und Kaffeenoten tauchen auf. Fruchtnoten von Aprikose oder Zwetschgen werden von etwas Blumigkeit begleitet, welche zusammen mit frische Mentholnoten im Nachgeschmack stärker hervortreten. Hier zeigt sich dann auch etwas Adstringenz.
Die weiteren Aufgüsse sind ähnlich, nicht mehr ganz so komplex wie der erste Aufguss und mit mineralischer Salzigkeit.
Aus diesem Grund ist westlich für mich hier die bevorzugte Methode.
Anders beim Minamisayaka: auch hier ist westlich eine grundsätzlich gangbare Zubereitungsmethode. Bei gongfu spielt der Tee aber in einer höheren Liga, da der Tee erst hier Tiefgang zeigt und aromatische Seiten offenbart, die auch bei überzogenen Ziehzeiten bei westlich nie zum Vorschein kommen und immer „unterdrückt“ scheinen.
Der erste Aufguss ist von intensivem Blütenaroma mit viel süßen Malz geprägt. Angenehm würzige Oxidationsnoten, an Bitterniss grenzend, sowie säuerliche Fruchtnoten von Physalis oder Sternfrucht und eingelegten Tropenfrüchten tauchen auf. Der Nachgeschmack ist überfrachtet mit Blüten und Honig, und auch hier zeigt sich zarte Mineralität.
Im zweiten Aufguss zeigt sich der Vorteil von gongfu: alle Aromen sind harmonisch kombiniert und es taucht sogar brühiges umami auf.
Die weiteren Aufgüsse zeichnen ein ähnliches Bild, und die aromatischen Blüten halten sich dominant bis zum Schluss.
Anmerkungen: –
Bewertung: 3 Sterne






