Miyazaki Wakocha Issin-En Koshun Second Flush 2024

Miyazaki Wakocha Issin-En Koshun Second Flush 2024

Bezugsquelle/Preis: Unearthed Gallery, 16 EUR/50g

Teesorte: Wakocha

Kultivar(e): Koshun

Erntezeit: 07/2024

Herkunft/Teegarten: Takuya Yokoyama, Issin-En, Präfektur Miyazaki, Japan

Dämpfung: unbekannt

Zubereitung: ca. 3,3 g in glasierter Shiboridashi (110 ml), Brita-gefiltertes Leitungswasser

60 s./90°C, 60 s./90°C, 120 s./90°C, 5 min/90°C

Verkostungsnotizen:

Der Kaltduft ist malzig mit warmem Holz, Kräutern und Gewürzen sowie dunklen Brot- und Gebäckaromen. Angewärmt gesellen sich Aromen von Zimt, Pfeffer und Lagerfeuer hinzu.
Im Vergleich zu den beiden First-Flush-Tees (Miyazaki Wakocha Issin-En Izumi / Minamisayaka First Flush 2025) ist der Tee deutlich erdiger und würziger im Aroma, von Blumen keine Spur.

Bei der Zubereitung kann man sich entscheiden, ob malzige Süße oder würzige Erdigkeit eines Schwarztees bevorzugt wird. Ich bevorzuge es, dem Tee seine zarte Seite zu entlocken und brühe ihn daher mit 90°C auf. Er verträgt aber problemlos auch siedendes Wasser und präsentiert sich in diesem Fall von seiner herberen Seite, ohne jedoch bitter zu werden. Kürzere Ziehzeiten von nur 45 Sek. in den beiden ersten Aufgüssen genügen dann.

Als Second Flush Tee ist das Aromenprofil erwartungsgemäß überschaubar, es zeigen sich dunkles Malz und würzige Erdigkeit mit süßen Trockenfrüchten (Rosinen, Pflaumen) im Nachgeschmack. Gebäcknoten fügen sich harmonisch ein, insgesamt ist das Mundgefühl ausgewogen und wird durch warmes Holz und damit einhergehende sanfte Adstrigenz abgerundet.

Der zweite Aufguss ist milder seitens der Erde- und Holznoten eines Schwarztees, jedoch dazu leicht salzig mit brühigem umami sowie mit interessanten Noten von Pfeffer und Zimt gespickt. Neben den deutlicher hervortretenden Fruchtaromen zeigt sich nun auch die blumigere Handschrift der First Flush Tees und die Verwandtschaft zwischen den Tees.

Der dritte und vierte Aufguss ist weiterhin gut zu trinken, säuerliche Aromen kommen hinzu, während die Aromatik aber merklich nachlässt. Der Tee ist weniger süß, steiniger, mineralischer, und trägt schließlich schale Vegetabilität in sich.

Während die Vermutung naheliegt, dass die westliche Aufgussmethode dann ausreicht, ist das jedoch kein erfolgsversprechendes Unterfangen: der Tee wirkt hier wie ein herber Schwarztee mit wenig aromatischen Akzenten, und gerade die süßen Komponenten möchten sich so gar nicht zeigen.
Gongfu ist die Methode der Wahl und erfreut dann mit einem aromatischen, für japanischen Schwarztee repräsentativen Charakter des gehobenen Mittelfelds.

Anmerkungen:

Bewertung: 3 Sterne

Miyazaki Wakocha Issin-En Koshun Second Flush 2024
Miyazaki Wakocha Issin-En Koshun Second Flush 2024