Bezugsquelle/Preis: Thés du Japon, ca. 15 EUR/50g
Teesorte: Gyokuro
Kultivar(e): Goko / Uji-Hikari
Erntezeit: Goko: 18.05.2024 / Uji-Hikari: 15.05.2024 / Maschinelle Ernte
Herkunft/Teegarten: Fam. Katsutani, Nishide Seichajyo, Zenjyoji, Uji-Tawara, Präfektur Kyoto, Japan
Dämpfung: Asamushi
Zubereitung: ca. 3 g in glasierter Shiboridashi (nur 50 ml/halb gefüllt), Brita-gefiltertes Leitungswasser
90 s./50°C, 60 s./50°C, 90 s./55°C
Verkostungsnotizen:
Der Goko hat dominante Noten grüner Parika im Kaltgeruch. Er ist intensiv würzig, dahinter versteckt sich süße Blumigkeit und auch zarte, helle Fruchtnoten.
Beim Uji-Hikari sind diese Gemüsenoten, die aufgrund der Beschattung und dem daraus resultierenden umami-Punch entstehen, nicht ganz so ausgeprägt. Sie sind zwar ebenfalls deutlich wahrnehmbar, aber werden durch Heu- und Wiesennoten sowie Butterkäse ergänzt. Hier hinterlassen die Teeblätter eher noch den Eindruck getrockneter Kräuter.
Auch im Warmgeruch zeigt sich dieser Unterschied. Die vollen umami-Noten und intensive Süße haben beide, bei Goko zeichnet sich mit Mandeln und Frucht von Banane bis Aprikose aber ein süßlicheres Bild ab als bei Uji-Hikari mit Kakao und Tomate, was zwar nicht weniger aromatisch ist, sich im Charakter zusammen mit feinen Gebäcknoten aber gedeckter darstellt.
Aufgegossen mit hoher Dosierung nach traditioneller Methode sind beide Tees voll maritimem umami (Muscheln, Algen) mit sahnigem, süßem Mundgefühl. Der Goko ist spritzig mit Zitrusnoten und lebhafter als der Uji-Hikari, der – wie sich im Geruch der angewärmten Blätter schon angedeutet hat – gedeckter mit mehr Nuss-, Kräuter- und Gemüsearomen. antritt. Auch wandelt sich das umami im Verlauf eher zu käsigen Noten von Parmesan.
Beide Tee sind rund und weich im Geschmack. Komplexität stellt sich eher nicht ein, beide Tees sind präzise und schnörkellos in ihrer Darbietung.
In der Geschmackskomposition selbst lassen auch die weiteren Aufgüsse Unterschiede erkennen. Goko ist nicht nur anhaltend gehaltvoller im Geschmack, sondern auch ausbalancierter. Maritimes umami mit Brühe und süßlichen Fruchtnoten halten sich die Waage mit später aufkommender Grasigkeit. Uji-Hikari ist schon vorher reduzierter in der Tiefe und präsentiert sich schnell grasig-vegetal und nur etwas Brotigkeit im dritten Aufguss als Highlight.
Anmerkungen: Beschattung: Goko 24 Tage / Uji-Hikari 20 Tage. Die Beschattung erfolgte mit direkter Netzbespannung (nicht unter Zelten), was die Pflanzen zusätzlich stresst.
Die Tees beinhalten recht viel Dust. Absieben ist empfehlenswert, mit dem Dust kann ein leckerer Eistee angesetzt werden. Die restlichen Teeblätter quittieren dies mit einfacherem Abgießen aus der Shiboridashi, die nicht mehr so schnell verstopft, sowie feinerer Aromatik.
Bewertung: Goko: 3 Sterne / Uji-Hikari: 2 Sterne








