Bezugsquelle/Preis: Teahouse Tokunaga, „weiss“: 5 EUR/70g, „rot“: 7 EUR/50g
Teesorte: Wakocha
Kultivar(e): „weiss“: Yabukita, „rot“: Blend
Erntezeit: unbekannt, die Blätter für „rot“ sind etwas früher geernet worden
Herkunft/Teegarten: Ureshino, Präfektur Saga, Japan
Dämpfung: unbekannt
Zubereitung: ca. 3 g in glasierter Houhin (70 ml), Brita-gefiltertes Leitungswasser
20 s./95°C, 10 s./95°C, 30 s./95°C, 1 min/95°C
oder westliche Zubereitungsmethode: 3 g für 250 ml und 2 min sowie 5 min Ziehzeit mit siedendem Wasser
Verkostungsnotizen:
Die beiden Tees haben keine Eigennamen, sondern werden nur durch die Farbe der Tüte unterschieden: „rot“ oder „weiss“. Der rote Tee gilt als der höhere Grad. Schon im Geruch lässt sich dies auch bestätigen: fruchtige, beerige Süße stehen erdigen und waldigen Noten der „weissen“ Version gegenüber.
Angewärmt ist auch der „rote“ Tee würzig mit erdigen und Holznoten, der „weisse“ Tee lässt hier aber durchaus auch rauchige Noten erkennen.
Der „rote“ Wakocha ist im Geschmack fruchtig-süß nach Trockenfrüchten, dazu leichte Malznoten, cremige florale Noten und hat etwas von Rooibos und roten, beerigen Fruchtgummies. Zarte Erdigkeit und Oxidationsnoten sorgen für Tiefe, im Nachgeschmack zeigt sich Vanille und Blumigkeit, und Aromen von Amaretto.
Im Gong Fu Stil ist der Aufguss deutlich kräftiger, mit intensiveren klassischen Schwarzteearomen, aber vom Charakter her sehr ähnlich und ändert sich auch über die weiteren Aufgüsse nicht sonderlich. Auch hier sind aber kaum bittere Noten auszumachen. Ab dem dritten Aufguss zeigt sich zitrisch-süße Orangennote.
Der zweite Aufguss der westlichen Methode dagegen ist schon deutlich reduziert in der Aromendichte.
Beim „weissen“ Wakocha ist zwischen westlicher Zubereitung und dem ersten Gong Fu Aufguss kaum ein Unterschied wahrnehmbar. Spritzige Zitrusnoten nach Orangen(schale) ergänzen sich gut zu den deutlichen Oxidatiosnoten mit Malz und gleicht damit Assam- und Ceylon-Tees. Trotz dem im Vergleich zum „roten“ Wakocha würzigerem, dunklerem Auftreten mit Kräutern und sogar einer leichten Rauchnote ist der Tee dennoch subtil auf seine Art. Im Nachgeschmack verschmelzen Erdtöne und Rauch zu einem angenehm langen, mild säuerlichem Nachhall.
Blumige und dezente, fruchtige sirupartige Noten tauchen bei den hochdosierten, kurzen Aufgüssen im weiteren Verlauf noch auf, wenn die Oxidationsnoten nachlassen und Raum geben – im zweiten Aufguss der westlichen Methode sind diese noch deutlich präsenter, insgesamt der Tee aber hier wie auch der andere deutlich schwächer. So können die Tees aber schließlich auch ihre gemeinsame Herkunft und Verwandtschaft nicht mehr länger verstecken – auch wenn der „rote“ Tee fruchtiger und cremiger ist und der „weisse“ Tee deutlich auf Erdigkeit und ätherische Oxidationsnoten baut.
Anmerkungen: –
Bewertung: „rot“: 3 Sterne, „weiss“: 2 Sterne




