Bezugsquelle/Preis: Senchaism (via Unearthed Gallery), 24 EUR/30g
Teesorte: Sencha Shincha, handgepflückt (tezumi)
Kultivar(e): Kondowase
Erntezeit: Frühling 2026
Herkunft/Teegarten: Mariko, Präfektur Shizuoka, Japan
Dämpfung: Asamushi
Zubereitung: ca. 4 g in glasierter Shiboridashi (110 ml), Brita-gefiltertes Leitungswasser
75 s./70°C, 60 s./70°C
Verkostungsnotizen:
Intensiver Kaltduft nach Lychee, Orange und Amaretto, dabei aromatischer Blumigkeit.
Angewärmt tiefe, süße Aromen nach Honig, Gebäck, Nüssen, vor allem gebrannten Mandeln.
Im Geschmack überraschend kräftig für einen Shincha, bei dem man eher zurückhaltende Leichtigkeit erwartet hätte. Dieser Tee hier tritt mit fruchtiger Säure, honigartiger, schmeichender, cremigen Süße sowie viel Gemüse (Spargel) an und bietet damit von Beginn an ein extrem breites Spektrum. Die zunächst verherrschende Weichheit mit blumiger Finesse wird durch umami und weissem Pfeffer ergänzt und gleitet dann mit nussig-kakaoigem Nachgeschmack in spürbare Adstrigenz ab. Ohne diese Noten, die problemlos durch nur 60°C heißes Wasser unterbunden werden können, fehlt dem Tee jedoch etwas.
Bei höherer Dosierung oder längerer Ziehzeit treten sowohl die holzigen Spargelnoten als auch grundsätzlich Bitterkeit hervor. Der Tee darf laut Verkäufer auch mit westlicher Methode (100°C, 2-3g, 3 min) versucht werden – das klappt gut, ohne dass der Tee vollkommen abdriftet, aber dennoch verlieren sich die Shincha-Charakteristiken.
Ein zweiter Aufguss darf gern etwas länger ziehen, zumal die Blätter keinen weiteren mehr hergeben. Herben, grünen Gemüsenoten mit holziger Dominanz werden durch heuige Süße, dunklem Brot und Anis im Nachgeschmack ergänzt.
Anmerkungen: –
Bewertung: 4 Sterne




